Naturlandschaften

Naturlandschaften und Nationalparks
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Qualitätsprüfung in Nationalparks an der Ostsee

Buchenwald - typisch für den Nationalpark Jasmund

Buchenwald - typisch im Nationalpark Jasmund

Am 20. Oktober startete ein unabhängiges Fachkomitee mit der Evaluierung der beiden Nationalen Naturlandschaften. Landesministerium erhält Ergebnisse.

Als Erste von 14 deutschen Nationalparks werden die Vorpommersche Boddenlandschaft und der Jasmund durch ein Fachkomitee aus Vertretern der Länder, des Bundes, von Universitäten und NGO’s, der AG Nationalparke sowie dem Dachverband der Nationalen Naturlandschaften, EUROPARC Deutschland, auf ihre Managementqualität überprüft.

Während der jeweils eintägigen Evaluierung werden in Gesprächen mit der Verwaltung der Parks die Stärken und Schwächen im Management beleuchtet und erste Handlungsansätze für Verbesserungen diskutiert. Einschätzungen von externen Gesprächspartnern ergänzen den Ablauf. Ziel ist es, in den kommenden Monaten nicht nur die beide Nationalparke in Mecklenburg-Vorpommern, sondern alle 14 Nationalparks zu überprüfen und bundesweit gleiche Standards zu etablieren. Nur so können die Nationalparks ihre komplexe Aufgabenstellung, vom Schutz der Natur über Forschung und Bildung bis hin zur umweltgerechten Regionalentwicklung, effektiv bewältigen.

Im Anschluss an die Evaluierungen werden die Ergebnisse und Empfehlungen den Parks selbst und dem zuständigen Landesministerium übergeben. Schwächen sollen so auf Grundlage der vorgeschlagenen Lösungsansätze behoben und damit die Qualität des Managements langfristig gesichert und angehoben werden. Angestoßen von EUROPARC Deutschland, ist diese Initiative weltweit die Erste ihrer Art für Nationalparks.

Hintergrund

Zur Überprüfung der Managementeffektivität von Nationalparks sind Qualitätskriterien und -standards in zehn Handlungsfeldern in einem mehrjährigen Prozess entwickelt worden. Damit kann nunmehr in Deutschland in allen drei Schutzkategorien – Nationalparks, Naturparks und Biosphärenreservaten – auf anspruchsvolle Qualitätsstandards zurückgegriffen werden. Den Kriterienkatalog „Qualitätskriterien und -standards für deutsche Nationalparke“ finden Sie online unter www.nationale-naturlandschaften.de/infothek.

Unterstützt wird die erstmalige Evaluierung der deutschen Nationalparks im Rahmen des Forschungs- und Entwicklungsvorhabens „Anwendung von Qualitätskriterien und -standards zur Evaluierung der deutschen Nationalparke“ vom Bundesamt für Naturschutz (BfN) mit Mitteln des Bundesministeriums für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit (BMU) im Zusammenwirken mit den Ländern und EUROPARC Deutschland.

Quelle, Kontakt und weitere Information:
Andrea Hoffmann
Projektkoordinatorin
EUROPARC Deutschland
Friedrichstraße 60, 10117 Berlin
Tel. 030/288 78 82-10
E-Mail: Andrea.Hoffmann@europarc-deutschland.de
Internet EUROPARC: www.europarc-deutschland.de
Internet Naturlandschaften: www.nationale-naturlandschaften.de

Biosphärenreservat Mittelelbe verschickt Tiere zur Wiederansiedlung

Elbe-Biber aus Nationalen Naturlandschaften nagen bei europäischen Nachbarn

Biber auf Tour

Biber auf Tour

Seit Donnerstag ist die Biberpopulation im Biosphärenreservat Mittelelbe um zwei Familien ärmer geworden. Die Tiere sind auf den Weg in die dänische Region Seeland und ins niederländische Hunzegebiet gebracht worden, um dort wiederangesiedelt zu werden.

Um an die nachtaktiven und sehr scheuen Tiere heranzukommen, ist viel Erfahrung und Wissen notwendig. Günter Weißköppel und Peter Ibe vom Biosphärenreservat  haben Ende Oktober mit dem Einfangen begonnen. Bei Einbruch der Dämmerung verharren die Experten in ihrem Versteck. Zuvor haben sie Netze ins Wasser gespannt. Manchmal dauert es bis Mitternacht, bis sich die Tiere zeigen. „Während man vorher ein paar Stunden lang ganz still gesessen hat, ist es plötzlich eine Sache von Sekunden, in denen man das Netz zuziehen muss“, erzählt Annett Schumacher vom Biosphärenreservat. Wenn man Pech hat, ist nur eine Bisamratte drin, die den jungen Bibern sehr ähnlich sehen. Um komplette Familien zu fangen, liegen die Biberfachleute zur Sicherheit an mehreren Nächten hintereinander auf der Lauer.

Dass man die Nager heute gegen eine kleine Aufwandsentschädigung verschenken kann, ist nicht immer so gewesen. Kurz nach dem zweiten Weltkrieg war die autochtone Population der Elbebiber bis auf 300 Tiere zurückgegangen. „Mit nur einer Seuche wären die Biber wahrscheinlich ausgerottet worden“, sagt Annett Schumacher. Durch Schutzmaßnahmen und den Erhalt naturnaher Lebensräume konnten sich die Biber in der Nationalen Naturlandschaft erholen. Heute leben dort über 1.000 Exemplare. Bundesweit sollen es über 5.000 Tiere sein.

Erfolge verzeichnen auch die europäischen Kooperationspartner. Aus den 18 Elbebibern, die 1999 zum ersten Mal nach Dänemark verschickt wurden, hat sich ein Bestand von 120 Tieren entwickelt. „Wir achten sehr darauf, dass die Tiere in Gebiete kommen, die ihren natürlichen Lebensbedingungen entsprechen“, so Schumacher.

Hintergrund der Aktion

Die Biberfangaktionen erfolgen stets auf der Grundlage wissenschaftlich begleiteter Wiederansiedlungsprojekte und erfolgen mit Genehmigung des sachsen-anhaltischen Ministeriums für Landwirtschaft und Umwelt sowie in enger Abstimmung mit dem Landesverwaltungsamt und der Biosphärenreservatsverwaltung Mittelelbe (Landesreferenzstelle für den Biberschutz). Die Zielregionen haben bestimmte Richtlinien/Auflagen zur Wiederansiedlung umzusetzen und insbesondere die benötigten Voraussetzungen vor Ort zu schaffen. Dazu gehört insbesondere, dass ein ausreichend großer und in Nahrungsangebot und Landschaftsstruktur geeigneter Lebensraum vorhanden sein muss. Im Rahmen solcher Wiederansiedlungsprojekte in Regionen, in denen der Biber einst beheimatet war, wurden seit 1973 bereits rund 460 Tiere aus der Elbaue in verschiedene Regionen Deutschlands und Europas umgesiedelt.

Die Nationalen Naturlandschaften vereinen als Dachmarke alle deutschen Großschutzgebiete unter einem Namen. Ihr Ziel ist es, die derzeit 14 Nationalparks, 15 Biosphärenreservate und über 100 Naturparks durch ihren gemeinsamen Auftritt zum Inbegriff für die Schönheit deutscher Natur zu machen. Die Nationalen Naturlandschaften bieten den Großschutzgebieten einen einheitlichen gestalterischen Rahmen, der Besuchern, Förderern und Medien Orientierung, Überblick und Wahrnehmung der zahlreichen Angebote erleichtern soll. Die Nationalen Naturlandschaften werden von der Dachorganisation der Nationalparks, Biosphärenreservate und Naturparks EUROPARC Deutschland getragen sowie von der Deutschen Bundesstiftung Umwelt (DBU) und Bundesministerium für Umwelt, Naturschutz und Reaktorsicherheit unterstützt.

Quelle und weitere Information:
Vivian Sophie Kreft
Leiterin Kommunikation
EUROPARC Deutschland e.V.
Friedrichstraße 60
10117 Berlin
Tel. 030/288 78 82-20
E-Mail: vivian.kreft@europarc-deutschland.de
Internet: www.nationale-naturlandschaften.de
Foto: Mirko Pannach

Biosphärenreservate in Deutschland

In Biosphärenreservaten steht der Schutz von Kulturlandschaften im Vordergrund. Das heißt, vom Menschen geschaffene Landschaften sollen vor Eingriffen bewahrt werden, damit sie sich in der vorliegenden Form erhalten und entwickeln können. Damit wirken Biosphärenreservate gewissermaßen als Modelle oder Beispiele, wie sich Mensch und Natur vereinen lasssen. Dieser Gedanke dient auch der (Er-)Forschung dieser Kulturlandschaften und letztlich deren nachhaltiger Entwicklung. Drei Funktionen erfüllen dabei die Biosphärenreservate:

  1. Schutz der Kulturlandschaft bzw. des Ökosystems
  2. Entwicklung und Förderung der vom Menschen beeinflußten Kategorien in diesen Gebieten (z.B. wirtschaftliche Aspekte). Das Ziel ist eine soziale und landschaftliche Entwicklung, die dauerhaft und effektiv sein soll
  3. Einbindung der Biosphärenreservate in das soziale Umfeld des Menschen: Umweltbildung, Projekte und Forschung spielen hier die entscheidende Rolle.

Biosphärenreservate sind in drei Zonen von innen nach außen aufgeteilt wobei der Schutzgrad nach außen hin abnimmt:

  • Kernzone
  • Pflegezone
  • Entwicklungszone